Key Take Aways
- Die Warenkorb-Abbruchrate erreicht ein Rekordniveau.
- Kunden springen schneller ab als zuvor.
- Am häufigsten werden Abbrüche über das iPhone durchgeführt.
- Die meisten Abbrüche erfolgen am Wochenende.

Kaufabbrüche im Fokus - Das zweite Halbjahr 2025
Im zweiten Halbjahr 2025 brachen so viele Konsumenten wie noch nie ihren Kauf ab. Sie legten Produkte in den Warenkorb, schlossen den Kauf aber nicht ab. Dadurch entgeht Online-Händlern jährlich rund eine Milliarde Euro an Umsatz. Umso wichtiger ist es, das Ausmaß dieses Phänomens und das Verhalten von Kaufabbrechern genau zu verstehen. Der vorliegende Halbjahresreport liefert dafür eine fundierte Grundlage.
Diese Analyse basiert auf Daten aus rund 3.000 Online-Shops und Millionen von Nutzern. Der Report zeigt, wie sich das Abbruchverhalten im Laufe der Zeit verändert hat. Zudem wird deutlich, dass sich das Verhalten je nach genutztem Gerät unterscheidet. Auch der Wochentag hat Einfluss darauf, ob ein Kauf abgeschlossen oder abgebrochen wird.
Warenkorb-Abbruchrate auf Rekordniveau
Im zweiten Halbjahr 2025 stieg die Abbruchrate auf 72,32 % und erreichte damit einen Rekordwert der letzten Jahre. Der Großteil der Kunden schließt den Kauf somit nicht ab. Für Händler bedeutet dies, dass ein erheblicher Teil des Traffics ungenutzt bleibt und wertvolles Umsatzpotenzial verloren geht.
Insgesamt deutet dieser Anstieg darauf hin, dass viele Unternehmen ihren Shop und insbesondere den Checkout noch nicht optimal gestaltet haben. Zudem weist er auf einen zunehmenden Wettbewerb hin, in dem Kunden stärker vergleichen und eine geringere Loyalität gegenüber einzelnen Shops zeigen.

Kunden springen schneller ab als zuvor
Noch nie wurden Käufe so schnell abgebrochen wie im zweiten Halbjahr 2025. Die durchschnittliche Sitzungsdauer ist weiter gesunken und liegt nur noch bei 4 Minuten und 7 Sekunden. Damit ist sie fast 50 Sekunden kürzer als im Jahr 2023.
Die Kundschaft ist sehr onlineaffin und bewegt sich schneller durch Shops als früher. Nutzer wissen genau, was sie wollen, und entscheiden rasch, ob ein Angebot passt oder ein Shop vertrauenswürdig ist. Für Shopbetreiber ist ein klar strukturierter und optimierter Shop, der die richtigen Signale sendet, wichtiger denn je.
Spitzenplatz bei Abbrüchen: Das iPhone
Eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst das Abbruchverhalten. Besonders relevant ist dabei das genutzte Gerät. In dieser Analyse brechen iPhone-Nutzer ihre Käufe am häufigsten ab mit einer Abbruchrate von 73,08 %. Android-Nutzer folgen knapp dahinter mit 71,87 %.
Auch Tablet-Nutzer brechen mit 70,43 % einen großen Teil ihrer Käufe ab. Auf Desktop-Geräten ist die Abbruchrate etwas niedriger und liegt unter 70 %. Insgesamt zeigt sich, dass mobile Nutzer deutlich häufiger einen Kauf abbrechen. Für Shopbetreiber lohnt es sich daher, diese Nutzer gezielt anzusprechen, um Kaufabbrüche zu reduzieren.

Am Wochenende ist die Abbruchzahl am höchsten
Ein weiterer Faktor, der das Nutzerverhalten beeinflusst, ist der Wochentag. Dabei zeigt sich, dass Käufe tendenziell häufiger abgebrochen werden, je weiter die Woche fortschreitet. Am Montag werden beispielsweise 69,61 % der Käufe abgebrochen, während es am Samstag bereits 72,77 % sind.
Zu Beginn der Woche tätigen Konsumenten eher alltägliche und gewohnheitsmäßige Käufe. Am Wochenende beschäftigen sie sich dagegen häufiger mit größeren Anschaffungen, die einen intensiveren Vergleichsprozess erfordern. Für Shopbetreiber kann es sich daher lohnen, Marketingaktivitäten am Wochenende gezielt an dieses veränderte Nutzerverhalten anzupassen.




